Zum Nachdenken… (1)

November/Dezember

Das Warten hat in unserer Gesellschaft keinen besonders guten Ruf. Man verbindet damit volle Wartezimmer, Kassenschlangen, Staus oder eingefrorene Computer-Bildschirme. Warten ist Zeitverschwendung, ineffektiv, sinnlos, nervenaufreibend… Dennoch, bald beginnt sie wieder, eine ganz besondere Wartezeit: Die Adventszeit!
Von unseren Kindern können wir lernen, dass das Warten im Advent eine süße Last sein kann. Durchaus keine Zeitverschwendung, sondern angefüllt mit erwartungsvollen Vorbereitungen, Basteleien, Dekorationen und kribbeliger Vorfreude. Wer wartet, der hält Ausschau auf etwas, das kommen wird. So lautet auch die Bedeutung vom Wortursprung her: Von der „Warte“ aus sucht man den Horizont nach den ersten Anzeichen ab, in der Erwartung dessen, was kommt.

Aber auf was genau warten wir denn nun?

„Denn in Christus ist Gottes Gnade sichtbar geworden – die Gnade, die allen Menschen Rettung bringt. Seine Gnade führt auch dazu, dass wir voll Sehnsucht auf die Erfüllung der Hoffnung warten, die unser höchstes Glück bedeutet: das Erscheinen unseres großen Gottes und Retters Jesus Christus in seiner ganzen Herrlichkeit.“
Titus 2,11+13 NGÜ

Die Adventszeit rückt also die Freude über die Ankunft Christi ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Gottes Sohn ist Gottes Geschenk an eine hilfsbedürftige und von Menschen oftmals selbst zerstörte Welt. Jesus selbst zeigt uns im neuen Testament, wie Leben und Miteinander gelingen können. Er bietet seine Gegenwart und seine Hilfe jedem, der ihn einlädt, auch heute noch an. Letztlich bezahlte er sogar mit seinem Tod für die Schuld aller Menschen, die ihn annehmen. Als Christen erwarten wir aber auch Jesu zweites Kommen und den Beginn seiner neuen Welt. Dies sind die unvergänglichen Geschenke, die noch heute angeboten werden und an Wert alle anderen übertreffen, die sonst so zu Weihnachten verpackt werden.
In diesem Sinne also: Eine erwartungsvolle Adventszeit und ein frohes Weihnachtsfest!