Zum Nachdenken (2)

Januar/Februar

Die neue Jahreslosung entstammt einem eher wenig beachteten Buch der Bibel. Hesekiel, einer der sogenannten „kleinen Propheten“, bekommt von Gott diese Zusage, als er selbst und mit ihm das Volk Juda am absoluten Tiefpunkt angekommen sind: überfallen und besiegt von der Großmacht Babylon, der König gestürzt und verschleppt und mit ihm auch sein Gefolge, darunter auch Hesekiel. In der Fremde beklagt und überdenkt das Volk nun die Ursachen für sein Elend.
Was mag in den Herzen der Verschleppten nun vorgehen? Verzweiflung, Angst, Hoffnungslosigkeit, Resignation? Werden sie sich jetzt ihres Versagens vor Gott bewusst, fühlen sie sich schuldig, unwürdig, unfähig, gescheitert? In dieser Situation spricht Gott ihnen zu:

„Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.“
Hesekiel 36,26

Wieder zeigt sich hier Gott als einer, der so ganz anders ist, als wir Menschen erwarten. Er lässt die Dinge nicht, wie sie sind. Er gibt seine Leute nicht auf. Er wandelt Hoffnungslosigkeit in Zuversicht, Angst in Zukunftsperspektive, gibt vermeintlichen Versagern eine wichtige Aufgabe, gibt Orientierungslosen ein Ziel… Wo SEINE Liebe beginnt, wo Gott wirkt, da kann alles neu werden. Gott als unser Herzens-Erneuerer! Während ich so die Beiträge für diese Ausgabe der WEINLESE zusammenstelle, fällt mir auf: In dem Thema, das uns 2017 also besonders beschäftigen soll, stecken wir bereits mittendrin! Da ist der Gott, der ängstlichen Herzen Mut macht (nachzulesen im Beitrag über das Frauenfrühstück), der Gott, der unser Leid in Lob verwandeln kann (siehe Bericht von der Frauenfreizeit) und der Gott, der zerbrochene Herzen wieder heilen kann (ein Liedtext ganz hinten im Heft). Ein neuer Geist. Ein neues Herz. Ja, das brauchen wir. Immer wieder. 

So wünschen wir euch ein gutes neues Jahr – geistvoll und herzerfrischend!

Liedtext: Festungen und Burgen

Du kannst Festungen und Burgen bauen
So kann dir keiner etwas tun
Du kannst rauchen und trinken und schlucken
Bis die Dämonen kurz mal ruhen

Doch du kannst mir kaum mehr in die Augen schauen
Ich wünschte, du könntest dich mir anvertrauen
Wohin gehst du mit all deinem Schmerz?
Wohin trägst du dein verletztes Herz?

Du kannst ballern und schießen und wüten
Haust alles kurz und klein
Und dann stehst du vor den Trümmern
Einsam und allein

Und du kannst mir kaum mehr in die Augen schauen
Ich wünschte, du könntest dich mir anvertrauen
Wohin gehst du mit all deinem Schmerz?
Wohin trägst du dein verletztes Herz?

Du redest dich um Kopf und Kragen
Nur kein Wort von deinem Leid
Musst nicht alles alleine tragen
Es wird leichter wenn du teilst

Bleib doch nich’ alleine mit all Deinem Schmerz
Teile ihn und heile dein Herz
Bleib doch nich’ alleine mit all deinem Schmerz
Teile ihn und heile dein Herz

Written by Florian Weber, Peter Stephan Brugger, Ruediger Linhof
(Sportfreunde Stiller) Copyright © Universal Music Publishing Group