Zum Nachdenken (3)

März/April

Schon im Alten Testament wird uns die Barmherzigkeit als eine der grundlegendsten Eigenschaften Gottes immer wieder vorgestellt: „Barmherzig und gnädig ist der HERR, langsam zum Zorn und groß an Gnade. (Psalm 103,8) Barmherzigkeit wird im christlichen Kontext definiert als „eine irdisch unverdiente, aber himmlisch großzügige Zuwendung in bedingungsloser Liebe“. (Quelle: Wikipedia) Diese Form von Großherzigkeit, völlig unverdient und bedingungslos Liebe zu geben, ist zunächst erstmal keine natürliche Eigenschaft von uns Menschen. Ist unsere Liebe nicht irgendwie immer an Bedingungen geknüpft, erwarten wir nicht wenigstens ein wenig Liebe zurück? Können wir noch bedingungslos lieben, auch wenn wir nur Ablehnung zurück bekommen?
Bei Gott ist das möglich: 

„Denn Gottes Barmherzigkeit ist sichtbar geworden, mit der ER alle Menschen retten will. … Er hat sein Leben für uns gegeben und uns von aller Schuld befreit. So sind wir sein Volk geworden; bereit, von ganzem Herzen Gutes zu tun.“ 
Titus 2,11 +14 Hfa

An Ostern zeigt Gott uns SEINE bedingungslose Liebe – sichtbar gemacht durch seinen Sohn. Und das bleibt nicht folgenlos: Wenn wir bereit sind, diese Barmherzigkeit anzunehmen, werden wir auch befähigt sie weiterzugeben! Wie sieht dieses „von ganzem Herzen Gutes tun“ aber nun in meinem Alltag ganz praktisch aus? Wie kann mein Leben andere auf Gottes Barmherzigkeit aufmerksam machen? Ich fand dazu die klassischen „Sieben Werke der Barmherzigkeit“, die im Mittelalter bereits formuliert wurden, jedoch einmal ins Moderne übertragen:

  • Ich höre dir zu.
  • Ich geh ein Stück mit dir.
  • Ich teile mit dir.
  • Ich rede gut über dich.
  • Ich besuche dich.
  • Ich bete für dich.
  • Du gehörst dazu.

So mit den Menschen um uns herum umzugehen, hat Jesus uns vorgelebt… und so strahlt ein Stückchen von Gottes ewiger Barmherzigkeit in unseren Alltag hinein.