Zum Nachdenken (7)

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November/Dezember 

Wir haben es schon so oft gehört oder gelesen und in der kommenden Zeit wird wieder häufig davon die Rede sein: Gott wird Mensch und kommt zu uns auf die Erde. Kind im Stall, Engel, Hirten… Das ist so selbstverständlich geworden. Die Weihnachtsgeschichte wie Lukas sie berichtet, sie geht uns allzu oft nicht mehr so richtig unter die Haut. Sinnvoll ist es deshalb, mal das Geschehen an einer nicht ganz so geläufigen Bibelstelle nachzulesen. Während uns Lukas die Sicht der weihnachtlichen Ereignisse aus irdischer Sicht schildert, beschreibt Johannes das Geschehen im Himmel, die tiefere Bedeutung hinter dem, was in Bethlehem geschieht: 

„Er, der das Wort ist, wurde Mensch und lebte unter uns. Er war voll Gnade und Wahrheit und wir wurden Zeugen seiner Herrlichkeit, der Herrlichkeit, die der Vater ihm, seinem einzigen Sohn gegeben hat.“ (Johannes 1,14 NL)

In der Mythologie der Antike wimmelt es von Göttern und Halbgöttern, die vorübergehend unter den Menschen weilen, sie beobachten, testen, für Ihre Zwecke ausnutzen und sich dann wieder ihren eigenen Interessen zuwenden. Aber zu Weihnachten geht es nicht um solche Legenden! Die Rede ist von einem ganz anderen Geheimnis, das wir wohl nie so ganz zu begreifen in der Lage sein werden: 
Der Gott, dessen mächtiges Wort allein das Universum erschaffen hat, wendet sich selbst in Person seinen Geschöpfen zu. Gott wird Mensch in Jesus. Daran ist dann nichts mehr „selbstverständlich“. Das ist absolut einmalig! Gott ist kein Gott, der dann mal schnell wieder weg ist, dessen Interesse an uns nur von kurzer Dauer ist. Nein, er wurde Mensch und wohnte unter uns! Das hat mit Dauerhaftigkeit zu tun. Das bedeutet: Ich gehöre jetzt hier her. Ich teile euer Leben mit euch. Eure Sorgen sind auch meine Sorgen. Euer Elend ist mir nicht fremd. Wenn ihr euch freut, freue ich mich mit euch. Denn dann ist Gott eben keine Lichtjahre mehr entfernt. Dann ist er uns nahe, ganz nahe. Das kann uns nervös machen, wenn wir kein so gutes Verhältnis zu ihm haben – diese Nähe kann uns aber auch trösten, ermutigen, heil machen. 

Ich finde, die Weihnachtszeit ist ein schöner Anlass, diesen „neuen Nachbarn“ mal näher kennen zu lernen und das Gespräch mit ihm zu suchen…